Laborwerte von A-Z

Was früher im Hinterzimmer der Arztpraxis und im Keller des Krankenhauses nebenbei von Arzthelferinnen, MTAs  und Stationsschwestern erledigt wurde, ist zu einer hoch automatisierten High-Tech-Branche geworden, in der Großlabore zehntausende Proben verarbeiten. Der medizinisch-technische Fortschritt hat jedoch nicht nur die Arbeitsprozesse rationalisiert, sondern den Ärzten auch viele neue Messwerte beschert, die teilweise aber in ihrer Nutzenbewertung umstritten sind.

 

Selen

Selen ist Bestandteil des Enzyms Glutathionperoxidase, welches als Antioxidans und Radikalfänger wirkt.

Normalbereich 

  • Blut: 70–140 µg/l
  • 24-Stunden-Sammelurin: 5–30 µg/24 Std.

Indikation

  • Lang dauernde künstliche Ernährung
  • Muskelschwäche, Kardiomyopathie
  • Verdacht auf Selen-Vergiftung

Ursache erhöhter Werte

  • Berufliche Exposition (Glas-, Porzellan- und Elektroindustrie)
  • Unkontrollierte Einnahme von Selenpräparaten zur "Substitution"

Ursache erniedrigter Werte

Langzeitige künstliche Ernährung

Hinweis

Da ein Selenmangel bei normaler Ernährung nicht vorkommt, ist der Nutzen einer Selenbestimmung hier generell umstritten (etwa im Rahmen eines sog. Antioxidanzien-Status).

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