Laborwerte von A-Z

Was früher im Hinterzimmer der Arztpraxis und im Keller des Krankenhauses nebenbei von Arzthelferinnen, MTAs  und Stationsschwestern erledigt wurde, ist zu einer hoch automatisierten High-Tech-Branche geworden, in der Großlabore zehntausende Proben verarbeiten. Der medizinisch-technische Fortschritt hat jedoch nicht nur die Arbeitsprozesse rationalisiert, sondern den Ärzten auch viele neue Messwerte beschert, die teilweise aber in ihrer Nutzenbewertung umstritten sind.

 

Prolaktin

Prolaktin ist ein im Hypophysenvorderlappen gebildetes Hormon, das vor allem die Milchbildung nach der Geburt anregt und aufrechterhält.

Normalbereich (Blut) 

  • Frauen vor den Wechseljahren: < 23 g/l, je nach Zeitpunkt im Menstruationszyklus
  • Schwangere: < 300 g/l
  • Frauen nach den Wechseljahren: < 16 g/l
  • Männer: < 15 g/l

Indikation

  • Männer und Frauen: Verdacht auf Hypophysenvorderlappentumor
  • Frauen: Zyklusstörungen, ungewollte Kinderlosigkeit, Vermännlichung (z. B. männliches Behaarungsmuster), Milchsekretion aus der Brust außerhalb der Stillphase
  • Männer: Potenzstörungen, unzureichende Ausbildung oder Rückbildung der primären Geschlechtsmerkmale (Hypogonadismus), Brustbildung.

Ursachen erhöhter Werte

  • Stress, körperliche Belastungen
  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Bestimmte Medikamente, z. B. Metoclopramid (Paspertin®), die oft gegen Übelkeit oder Erbrechen eingenommen werden
  • Prolaktin produzierender Hypophysenvorderlappentumor (Prolaktinom)
  • Nierenversagen.

Ursachen erniedrigter Werte

Unterfunktion des Hypophysenvorderlappens

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