Laborwerte von A-Z

Was früher im Hinterzimmer der Arztpraxis und im Keller des Krankenhauses nebenbei von Arzthelferinnen, MTAs  und Stationsschwestern erledigt wurde, ist zu einer hoch automatisierten High-Tech-Branche geworden, in der Großlabore zehntausende Proben verarbeiten. Der medizinisch-technische Fortschritt hat jedoch nicht nur die Arbeitsprozesse rationalisiert, sondern den Ärzten auch viele neue Messwerte beschert, die teilweise aber in ihrer Nutzenbewertung umstritten sind.

 

Laktat

Laktat (Milchsäure) entsteht, wenn Glukose (der wichtigste Einfachzucker und Energielieferant des Körpers) ohne Sauerstoff abgebaut wird, wie dies z. B. bei sehr anstrengender körperlicher Arbeit, ungenügender Muskeldurchblutung oder Sauerstoffmangel des ganzen Körpers der Fall ist. „Entsorgt“ wird das Laktat v. a. durch die Leber.

Normalbereich

  • Venenblut: < 20 mg/dl (< 2,2 mmol/l)
  • Liquor: < 20 mg/dl (< 2,2 mmol/l)

Indikation

Blut:

  • Trainingsberatung von Leistungssportlern
  • Kreislaufschock oder Vergiftung, intensivmedizinische Behandlung
  • Unklare Störungen des Säure-Basen-Haushalts oder der Blutgase
  • Schwere Lungenerkrankung oder Herzinsuffizienz.

Liquor: Unklare Hirnhautentzündung

Ursachen erhöhter Werte

Blut:

  • Herz-Kreislauf-Versagen
  • Blutvergiftung, andere schwere Infektionen (z. B. Malaria)
  • Nierenversagen (akutes, chronisches), schwere Leberfunktionsstörungen
  • Darmverschluss
  • Vergiftungen, z. B. Alkoholvergiftung
  • Diabetische Ketoazidose, Diabetesbehandlung mit Biguaniden
  • Intensive körperliche Betätigung, z. B. Leistungssport
  • Angeborene Stoffwechselstörungen.

Liquor: Starke Erhöhung bei bakterieller Hirnhautentzündung (geringer bei viraler)

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