Laborwerte von A-Z

Was früher im Hinterzimmer der Arztpraxis und im Keller des Krankenhauses nebenbei von Arzthelferinnen, MTAs  und Stationsschwestern erledigt wurde, ist zu einer hoch automatisierten High-Tech-Branche geworden, in der Großlabore zehntausende Proben verarbeiten. Der medizinisch-technische Fortschritt hat jedoch nicht nur die Arbeitsprozesse rationalisiert, sondern den Ärzten auch viele neue Messwerte beschert, die teilweise aber in ihrer Nutzenbewertung umstritten sind.

 

Homozystein (Homocystein)

Homozystein ist eine Aminosäure, die innerhalb des Eiweißstoffwechsels entsteht, aber relativ giftig ist und deshalb beim Gesunden sofort durch Enzyme gebunden oder umgebaut (metabolisiert) wird. Erhöhte Homocysteinspiegel (Hyperhomocysteinämie) fördern nach heutigem Kenntnisstand die Arteriosklerose und werden auch als Risikofaktor für Alzheimer- und vaskuläre Demenz diskutiert.

Normalbereich (Blut)

< 10–12 mol/l

Indikation

  • Einschätzung des Arterioskleroserisikos
  • Verdacht auf Homocysteinurie.

Ursachen erhöhter Werte

  • Vitaminmangel, v. a. Mangel an Folsäure und Vitamin B12
  • Schwere Erkrankungen, insbesondere Nierenversagen
  • Genvarianten
  • Homozystinurie: Dies ist eine seltene angeborene Stoffwechselkrankheit mit starker Erhöhungen des Homozysteins, die neben schweren und viel zu frühen Erkrankungen von Herz und Gefäßen auch geistige Behinderung, Augen- und Skelettveränderungen zur Folge hat.

Hinweise

Die Blutabnahme muss nüchtern vor dem Frühstück erfolgen.

Zurück