Laborwerte von A-Z

Was früher im Hinterzimmer der Arztpraxis und im Keller des Krankenhauses nebenbei von Arzthelferinnen, MTAs  und Stationsschwestern erledigt wurde, ist zu einer hoch automatisierten High-Tech-Branche geworden, in der Großlabore zehntausende Proben verarbeiten. Der medizinisch-technische Fortschritt hat jedoch nicht nur die Arbeitsprozesse rationalisiert, sondern den Ärzten auch viele neue Messwerte beschert, die teilweise aber in ihrer Nutzenbewertung umstritten sind.

 

Blutplättchen (Thrombozyten)

Die kernlosen Blutplättchen spielen eine Schlüsselrolle in der Anfangsphase der Blutgerinnung.

Normalbereich (Blut)

150 000 – 400 000/ml (= 150–400 x106/l)

Indikation

  • Klärung unklarer Blutungen, Ausschluss einer Blutungsneigung
  • Verdacht auf Blut- oder Knochenmarkerkrankungen
  • Kontrolle vor Operationen, während Heparinbehandlung, während Strahlen- oder Zytostatikabehandlung (Chemotherapie).

Ursachen erhöhter Werte (Thrombozytose)

  • Kurzzeitig nach körperlicher Anstrengung
  • Als Reaktion auf Infektionen, Tumoren, Blutungen, nach Milzentfernung
  • Erkrankungen des Knochenmarks, v. a. myeloproliferative Erkrankungen wie z.B. die essenzielle Thrombozythämie.

Ursachen erniedrigter Werte (Thrombozytopenie)

  • Bildung von Autoantikörpern gegen Blutplättchen, z. B. nach Virusinfektionen, durch andere Krankheiten oder Medikamente (etwa Heparin)
  • Infektionen
  • Knochenmarkerkrankungen bzw. -schädigungen (z. B. Leukämie, Medikamentennebenwirkungen, Chemotherapie, Bestrahlung)
  • Überfunktion der Milz
  • Künstliche Herzklappen.

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